Neue Führung = Bessere Führung? Wie viel Demokratie verträgt Mitarbeiterführung?

Im Zeitalter der digitalen Transformation haben neue Führungskonzepte Hochkonjunktur. Sie verfolgen einen breiteren Ansatz. Doch sind sie damit automatisch besser?

Wenn die digitale Transformation immer wichtiger und das Veränderungstempo immer schneller wird, formieren sich neue Herausforderungen an das Führen von Mitarbeitern. „New Work“ und „Digital Natives“ sind hier die Stichworte. Wo Manager in früheren Zeiten vor allem aus der Zentrale agieren konnten, vergrößert sich ihr Wirkungsbereich sehr schnell, verteilt sich meist auf mehrere Märkte und Umgebungen und vor allem auf Mitarbeiter einer neuen Generation. So ist es nur logisch, dass Führung sich den Gegebenheiten anpassen muss.

Neue Führungsansätze haben Hochkonjunktur

Und so ist es ebenfalls nur logisch, dass neue Führungsansätze Hochkonjunktur haben
Beispiele, die im Folgenden kurz skizziert werden sind Konzepte wie:

• Super Leadership
• agile Führung
• virtuelle Führung
• digitale Führung
• geteilte bzw. verteilte Führung


Doch was ist so neu an diesen Ansätzen? Worin unterscheiden sie sich von der „klassischen“ Führung? Was sind Ihre Gemeinsamkeiten?

Vor wenigen Jahren ging man noch davon aus, dass Mitarbeiter eine starke Hand brauchen, dass ihnen ein klares Ziel und vor allem der Weg dahin vorgegeben werden muss. Die neuen Führungsansätze berücksichtigen dagegen, dass auch gewisse Freiheiten und selbstständiges Handeln durchaus effizienter zum vorgegebenen Ziel führen können.

Während klassische Führungstheorien und -konzepte den Führungserfolg in erster Linie mit dem Verhalten und den Eigenschaften des Vorgesetzten verbinden, ermöglichen neuere Ansätze eine breitere Perspektive auf Führung, indem sie den Interaktionsprozess zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, die Bedeutung der Mitarbeiter und den organisationalen Kontext stärker in den Blick nehmen.

Der Super Leadership-Ansatz

So ist Ziel des Super Leadership-Ansatzes, der sich mit den Herausforderungen einer dezentralen Arbeitswelt befasst, Mitarbeiter zur Selbstorganisation bzw. Selbstführung zu motivieren und zu befähigen. Bei diesem Ansatz agiert der Führende als „Super Leader“, der seinen Mitarbeitern flexiblere Rahmenbedingungen für eine zweckgerichtete Selbststeuerung schafft.

Virtuelle Führung als sozialer Einflussprozess

Ähnlich ist es bei der virtuellen Führung, deren Notwendigkeit sich aus der Distanz bzw. den fehlenden persönlichen Kontakten zwischen Führenden und Geführten sowie aus einer veränderten Verteilung von Informationen ergibt. Virtuelle Führung wird dabei als sozialer Einflussprozess verstanden, der durch Kommunikation mit neuen Medien vermittelt wird.

Selbstbestimmte Aufgabenbewältigung durch agile Führung

Agile Führung wird als Verhalten interpretiert, bei dem die Mitarbeiter selbstbestimmt den Weg zur Aufgabenbewältigung festlegen und somit in Entscheidungen voll eingebunden werden. Wichtig ist dabei, dass hierarchische Strukturen aufgebrochen werden. Mitarbeiter sollen ihre Kompetenzen selber erkennen, einschätzen und sich gegenseitig Feedback geben.

Führen mit digitalen Kompetenzen

Digitale Führung gibt es eigentlich gar nicht (und sollte es auch nie geben). Gemeint ist vielmehr das Führen mit digitalen Kompetenzen. Darunter sind in erster Linie der sichere Umgang mit neuen Medien und die interkulturelle Kompetenz zu verstehen. Beide Kompetenzen sollten bei einer Führungskraft mit den Schlüsselkompetenzen Kommunikations-, Entscheidungs- und Teamfähigkeit verbunden sein.

Konzepte zur Aufteilung von Führung

Bei der verteilten bzw. geteilten Führung (Distributed bzw. Shared Leadership; auf die bestehenden, feinen Unterschiede soll hier nicht näher eingegangen werden) steht die Frage im Vordergrund, wie Führung in Organisationen aufgeteilt werden soll, um Motivation und Leistung zu optimieren. Dabei steht nicht mehr der Vorgesetzte als Alleinentscheider im Fokus. Vielmehr sollen sich Führender und Geführter vor dem Hintergrund der Zielvorgabe als quasi Gleichberechtigte sehen.

Ausprägungen eines neuen Führungsverständnisses

Alle genannten Führungskonzepte haben zwar ihren Ursprung in neuen Anforderungen (Umgang mit räumliche Distanz, mit neuen Medien, mit flachen Hierarchien, mit unterschiedlichen Wertvorstellungen verschiedener Generationen etc.), letztendlich sind es aber sehr ähnliche und teilweise überschneidende Ausprägungen eines grundsätzlich neuen Führungsverständnisses, das sich wie folgt skizzieren lässt:

• Gemeinsames Verständnis von Zielen und Aufgaben als sich entwickelnde Basis der Kommunikation
• Gemeinsame Verantwortlichkeit der Gruppe für den Prozess und die Entwicklung der eigenen Kooperationsfähigkeiten
• Gemeinsame, selbstorganisierte Führung, sowohl auf Projekt- als auch auf Abteilungsebene
• Jahresendprozesse ohne Kalibrierung der Mitarbeiter
• Hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen
• Hinterfragen der Sinnhaftigkeit von Aufgaben und Akzeptanz einer positiven Fehlerkultur.

In den neuen Führungskonzepten wird die Führungsrolle also ziemlich anders gesehen als in den klassischen Führungstheorien. Wesentliche Elemente der Führung übernehmen selbstorganisierte Teams. Damit liegt einer Organisation, in der praktisch jeder Führung übernehmen kann, eine ganz andere Führungshaltung zugrunde: Mitarbeitern wird grundsätzlich vertraut. Solche Organisationsmodelle entsprechen in ihrer ausgeprägten Form dem transformationalen und kooperativen Führungsstil und bieten auf dem ersten Blick viele Vorteile gegenüber den meisten klassischen Führungsstilen.

Demokratisierung der Führung als richtiger Weg?

Es ist zwar richtig, dass Führungskräfte, die auf persönliche Macht, Einfluss, Status und Prestige fixiert sind, in jeder Organisation überflüssig sind. Unter solch einer schlechten Führung haben alle Mitarbeiter zu leiden und hier trifft sicherlich die Erkenntnis zu, dass ein Mitarbeiter, der kündigt, nicht das Unternehmen, sondern den Chef verlässt.

Doch sollte man die Führung deshalb total „demokratisieren“?

Wollen wir wirklich nicht mehr von den Vorteilen guter Führung profitieren? Wollen wir auf motivierende Zielsetzungen, positiv wirkendes Feedback, Wertschätzung der Arbeit, individuelle Forderung und Förderung und ein offenes Ohr für die Sorgen der Mitarbeiter verzichten? Wären Fußballmannschaften ohne Trainer wie Pep Guardiola, Jürgen Klopp oder Jupp Heynckes genauso erfolgreich, wenn sie sich selbstorganisieren würden? Wer in einer Organisation arbeitet, in der Führung durch Vorgesetzte positiv wirkt, käme wohl kaum auf die Idee, die Führungskräfte abzuschaffen (siehe hierzu auch den wohltuenden Beitrag von Thomas J. Scherer).

Führungsstil und Organisationsform müssen zueinander passen

Bei aller Euphorie über die neuen, progressiven Zusammenarbeitsmodelle sollte die Passung von Führungsstil und Organisationsform immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Denn es gibt es einen Punkt, an dem der optimale Grad der Mitbestimmung für die jeweilige Organisation erreicht ist.

Wird die Organisation über diesen Punkt hinaus „demokratisiert“, kann der Schuss nach hinten losgehen, denn:

• nicht jeder Mitarbeiter möchte Zunahme an Verantwortung und den Leistungsdruck
einer Führungsposition übernehmen,
• nicht jeder Mitarbeiter möchte an Entscheidungen beteiligt werden,
• nicht jedes Unternehmen verfügt über eine homogene Mitarbeiterschaft, die bspw. alle derselben Generation (Y) angehört,
• nicht jedes Unternehmen hat so gute Voraussetzungen für eine agile Organisation wie Start-ups.

Allgemeine Kennzeichen einer „guten“ Führungskultur

Für mich sind – unabhängig ob in klassisch geführten oder in selbstorganisierten Teams – folgende Kennzeichen einer Führungskultur nicht verhandelbar:

• Führung nicht durch Status oder Macht, sondern durch Anerkennung und Respekt
• Führung mit Begeisterung, Wertschätzung und Offenheit, denn organisationale Offenheit
und damit Vertrauen ist die Währung im digitalen Zeitalter und in einer digitalen Führungskultur
• Über das Eigeninteresse hinausgehendes Engagement
• Erkenntnis, dass Ergebnisse und nicht unbedingt Leistung zählen
• Gemeinsame Erforschung neuer Lösungen und Denkweisen durch die Gruppe.

Leadership 4.0 – Über die Sinnvermittlung der Digitalen Transformation

Digitalisierung und Digitale Transformation wirbeln Unternehmen derzeit gehörig durcheinander. Was nun genau hinter den Begriffen steckt, ist relativ offen, da der Begriff mehrdimensional verstanden wird. Einig ist man sich jedoch, dass die Digitale Transformation für Unternehmen überlebenswichtig ist mehrdimensional und keinesfalls ein blinder Fleck sein darf.

Die Veränderungen, die von der Digitalisierung ausgehen betreffen alle Ebenen in Unternehmen. Jede Führungskraft steht vor der Herausforderung den digitalen Wandel im eigenen Bereich zu initiieren, zu steuern und erfolgreich im Sinne einer ganzheitlichen, positiven Zukunftsvision umzusetzen. Sinnstiftung, Partizipation, Teamorientierung und zukunftsorientiertes Denken ersetzen die alte Silo-Mentalität, die besonders in deutschen KMUs noch vorherrscht. Konservative Unternehmenskulturen geben zwar Orientierung, können aber schnell als Bremse für Innovation und disruptiven Wandel wirken. Konkurrenzdenken und interner Wettbewerb verhindern produktive Zusammenarbeit und zukunftsfähigen Wandel.

Der Mut zu innovativem Denken, fortschrittlichen Ideen und ständiger Weiterentwicklung muss den Mitarbeitern durch die Führungskräfte vorgelebt werden. Die Unternehmensführung muss folglich Abstand von Althergebrachtem nehmen und mit positiven Zukunftsbildern das Unternehmen in die Zukunft steuern. Dazu müssen die Führungskräfte keine Experten für Artificial Intelligence, Big Data, Machine Learning oder Virtual Reality sein, jedoch müssen sie die Wegbereiter für innovative Ideen sein. Sie müssen eine Kultur etablieren, die Ideen zulässt und offen für Veränderung ist. So dient die Führungskraft als Netzwerker und Multiplikator der digitalen Transformation.
Um eine solche Kultur selbst vorzuleben, müssen sowohl Soft-Skills erworben werden, als auch eine Vorstellung einer möglichen Zukunft generiert werden. Schnell kann jede Führungskraft nachlesen, was Experten über eine bestimmte Branchenentwicklung voraussagen.


Aber was heißt das nun konkret für die Zukunft meines Unternehmens? Was kann ich als Führungskraft tun, um meinen Verantwortungsbereich innovativ voran zu bringen?

Neben einem grundlegenden Selbstverständnis zum Thema Digitalisierung, stehen Motivation, Sinnstiftung und Empowerment der Mitarbeiter ganz oben auf der To-Do-Liste. Führungskultur in Zeiten einer digitalen Revolution heißt, Wagnisse im Sinne einer dosierten Risikobereitschaft einzugehen. An Stelle einer restriktiven Fehlervermeidungskultur tritt eine offene Feedbackkultur, welche die Mitarbeiter dazu anspornt, neue Wege zu gehen und Ideen zu generieren. Führungskräfte müssen in Zukunft in der Lage sein, den Funken in den Mitarbeitern zu entzünden, um das Feuer der digitalen Transformation im Unternehmen zu entfachen.

Das Silicon Valley – als Epizentrum der Digitalen Transformation – setzt den starren Denkweisen des „das war schon immer so“-Denkens, der Nullfehlertoleranz und des Silo-Denkens eine Kultur des Ausprobierens entgegen; und dies mit großem Erfolg. Hier werden Produkte trotz (oder wegen) kleiner Fehler als gut befunden.
Fünf der zehn wertvollsten Unternehmen kommen mittlerweile aus der Digitalwirtschaft und verdrängen die Unternehmen, welche sich dem Wagnis der Innovation entgegenstellen.
Lernen Sie die Vordenker der Digitalisierung live im Silicon Valley kennen. Netzwerken Sie mit den innovativsten Unternehmern Ihrer Branche und erarbeiten Sie in interaktiven Workshops Ihre digitale Unternehmensstrategie der Zukunft. Eine einwöchige Reise in das Silicon Valley verschafft Ihnen und Ihren Führungskräften einen Eindruck des Kulturgeistes des Valleys und weckt in Ihnen den Geist der Zukunft. Wir öffnen Ihnen Türen zu den Vorreitern der Digitalisierung im Valley wie Apple, Google und Tesla. Erarbeiten Sie Ihre Digitalisierungsstrategie, gewinnen Sie neue Ideen für Ihr Business und Netzwerken Sie auf Abendveranstaltungen mit erfolgreichen Entrepreneurs. Unsere Digital Leadership Journey macht aus Führungskräften zukunftsorientierte Digital Leader von Morgen.

Unsere Journeys werden stets in einem engen Austausch mit den Kunden geplant und durchgeführt, sodass Partner vor Ort und Themen von Interesse customized besucht und behandelt werden.

Artikel der Woche: Wie moderne Führung aussehen sollte

Im digitalen Zeitalter wird der Fokus von Führung vor allem auf neue Technologien gelegt. Doch immer mehr Führungskräften fehlt es, trotz erstklassiger Ausbildung, an Sozialkompetenzen.

Martin Zenhäusern beklagt diese Entwicklung in seiner aktuellen Veröffentlichung im
Human Ressource Manager, mit Menschen in Kontakt treten zu können
und ein Umfeld der Kooperation zu schaffen sei mindesten genauso wichtig,
denn Menschen verändern die Welt, nicht Maschinen.

Die Utopie der sich selbst führenden Organisation – Teil 2

Im letzte Woche erschienen ersten Teil des Artikels „Die Utopie der sich selbst führenden Organisation“ erläutert Thomas Scherer Fragestellungen und Probleme, welche bei der Implementierung einer sich selbst führenden Organisationsstruktur auftreten können. Heute folgt nun der zweite Teil. 

Verhindert Demokratie in Unternehmen Machtmissbrauch?

Wissenschaftler wie Meredith Belbin und Raoul Schindler, die sich mit Verhalten von Gruppen auseinandergesetzt haben, kamen zu dem Schluss, dass Personen in Gruppen jeweils bestimmte Rollen einnehmen. Möchte man nun mit der Abschaffung aller Hierarchien in einem Unternehmen verhindern, dass einzelne Personen Entscheidungen alleine treffen, so setzt man damit eine Dynamik in Gang, die informelle Führung fördert und den informell Einflussreichsten zur Führung verhelfen. Ganz so wie eine Leitkuh oder ein Alphatier in einer Herde werden sich neue Führende etablieren. Die Abschaffung von Führung führt somit lediglich zu einer Umverteilung von Führungspositionen und zu einem Verlust an Transparenz. Ist das wirklich das Ziel?

Artikel der Woche: Veränderung – ohne Führung geht es nicht

Unser Artikel der ersten Januar Woche 2018 ist ein zeitloses Statement für den Bedarf guter Führung. Bei Haufe Akademie betont Irina Rosensaft die Notwendigkeit eines Führungswechsels um die Organisation fit für die Zukunft zu machen.

Veränderung – ohne Führung geht es nicht

Die Utopie der sich selbst führenden Organisation – Teil 1

Gesellschaftliche Megatrends und neue Technologien verändern unseren Alltag. Die zunehmende Digitalisierung lässt Kühlschränke eigenständig einkaufen, Autos von alleine fahren, Staubsauger selbstständig durchs Haus rumpeln und Elektrogeräte gefühlt intelligenter werden als so manchen Bediener.

Einkaufen, Haushalt erledigen und Autofahren, alles Dinge, die uns wertvolle Zeit raubten. Toll, dass sich diese Dinge nun unterstützen oder gar von alleine erledigen lassen. Was bleibt, sind allerdings immer noch lästige Aufgaben im Job und allen voran der Chef. Kann man diese nicht auch irgendwie automatisieren, um das Ganze erträglicher zu machen?

Artikel der Woche: Ready for Digital Leadership? Führen 2.0

Wie gelingt der Sprung ins digitale Zeitalter? Welche Faktoren sind entscheidend, um Unternehmen erfolgreich durch die aktuellen Veränderungen einer modernen Arbeitswelt zu führen?

Das erklärt Sebastian Kindler in seiner Veröffentlichung auf www.haufe-akademie.de.

Ready for Digital Leadership? Führen 2.0

Mitarbeitermotivation – so geht’s !

 

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sitzen mit Freunden bei einem Bier und unterhalten sich. Wie viele von Ihren Freuden erzählen wohl, dass die Arbeit Spaß macht, sie gerne zur Arbeit gehen und dass sie sich von Ihrem Chef und den Arbeitskollegen geschätzt fühlen? Vermutlich trifft dies nicht auf viele Personen der Runde zu.

 


Warum eigentlich nicht?

Ist es nicht schade, dass ein Großteil der Mitarbeiter in Unternehmen unzufrieden ist, nur Dienst nach Vorschrift gemacht wird und Führungskräfte sich den Kopf darüber zerbrechen wie sie ihre Mitarbeiter wohl motivieren können?


Der allseits beliebte Motivator: Geld.

Bisher galt: Geld wirkt motivierend.

Dieser Gedanke ist naheliegend und sicherlich nicht gänzlich falsch, denn Geld können wir schließlich alle gut gebrauchen.

Aber: money can’t buy you hapiness und die Erfahrung zeigt: Belohnungen und Anreize motivieren, wenn, nur kurzfristig.

 

Was treibt Menschen an? Intrinsische vs. extrinsische Motivation.

Ein Paradebeispiel für augenscheinlich besonders motivierte Mitarbeiter ist wohl das Silicon Valley.

Was machen diese Unternehmen anders, wie schaffen sie es ihre Mitarbeiter bei Laune zu halten und wie schaffen sie es so kreativ zu sein?
Sind es von außen kommende Gründe, wie der Kicker oder der hauseigene Barista, die die Mitarbeiter motivieren?

Oder ist es die Identifikation mit dem Unternehmen und die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung, also von innen kommende Faktoren, die die Mitarbeiter motivieren?

 

Zwei Faktoren der Motivation

Nähert man sich der Thematik auf wissenschaftlicher Ebene an, findet man eine Fülle von Theorien vor.

So untersuchte Frederick Herzberg bereits im Jahre 1959 im Rahmen seiner „Pittsburgh-Studie“, welche Motivatoren zu einer hohen Arbeitszufriedenheit führen.

Er unterscheidet dabei zwischen Hygienefaktoren und Motivatoren – Sauberkeit und Antrieb? Falsch gedacht!

Hygienefaktoren beziehen sich auf das Arbeitsumfeld. Es handelt sich dabei also um extrinsische Erlebnisse wie z.B. Statuszuweisungen, das Gehalt sowie eben auch der Barista oder der Kicker.

Das Vorhandensein der Hygienefaktoren wird oftmals als selbstverständlich verstanden oder gar nicht erst wahrgenommen. Sind sie jedoch nicht vorhanden wird dies als Defizit empfunden.

Motivatoren hingegen wirken sich auf den Inhalt der Arbeit aus und sind damit intrinsischer Natur. Im Mittelpunkt steht das Streben nach Selbstzufriedenheit, wie etwa Anerkennung, Arbeitsinhalt und persönliche Entfaltung.

Im Gegensatz zu den Hygienefaktoren führt das Fehlen der Motivatoren nicht zwangsläufig zur Unzufriedenheit, sie verändern aber der den Grad der Zufriedenheit. Herzbergs Theorie zufolge müssen beide Ausprägungen vorhanden sein, um Arbeitszufriedenheit zu erleben.

 

Im Klartext: Zufriedenheit besteht somit nicht zwangsläufig, wenn keine Gründe für Unzufriedenheit vorliegen.

 

Und jetzt? Was motiviert denn nun?

Studien zeigen, dass sich Autonomie, Wertschätzung und Vertrauen positiv auf die Zufriedenheit und das Commitment der Mitarbeiter auswirken.

Sicherlich fragen Sie sich jetzt: „wie kriege ich den Prozess nun zum Laufen?“
Wechseln sie doch mal die Perspektive, schließlich geht es um die Motivation ihrer Mitarbeiter.

Denn nur wer weiß was seinen Mitarbeitern wichtig ist, kann auch die richtigen Hebel in Bewegung setzen.

Autonomie – Fordern vs. Überfordern

Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben selbstständig zu arbeiten sind oftmals zufriedener.
Jeder Arbeitnehmer benötigt Aufgaben, die ihn herausfordern, denn zu einfache Aufgaben verringern die Aufmerksamkeitsspanne und vermitteln das Gefühl nicht ernst genommen zu werden.

Die Herausforderung für Führungskräfte besteht nun darin, die Balance zu finden. Erteilte Aufgaben sollten fordern aber nicht überfordern.
Diese Balance beschreiben Paul Hersey und Ken Blanchard in ihrem Modell zur situativen Führung mit dem aufgabenbezogenem Reifegrad.

Ziel ist es, den Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin gemäß des Entwicklungsgrades im jeweiligen Bereich so zu führen, dass übertragene Aufgaben bestmöglich erledigt werden können.

Wertschätzung und Vertrauen

Wer möchte für seine Leistung nicht wertgeschätzt werden? Spüren Mitarbeiter, dass ihre Arbeit eine wichtige Rolle für das Unternehmen spielt sowie, dass Vorgesetzte und KollegInnen ihnen Vertrauen, wirkt dies motivierend und verstärkt das Gefühl der Zugehörigkeit.

Stichwort: Unternehmenskultur – sind die positiven Gefühle in der Unternehmenskultur verankert, trägt dies zur Identifikation mit dem Unternehmen bei.

Kommunikation

Kommunikation ist das A und O eines funktionierenden Unternehmens. Dabei ist wichtig, dass Prozesse transparent gestaltet und kommuniziert werden – Denn: nur wer versteht was er tut kann es auch erfolgreich und motiviert tun.

 

Literatur:

Nerdinger, F.W.: Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit, in: Arbeits- und Organisationspsychologie., hrsg. Nerdinger, F.W.; Blickle, G.; Schaper, N..3., vollständig überarbeitete Auflage, Berlin Heidelberg: Springer Verlag, S. 419-440.

Artikel der Woche: Sei alles nur nicht du selbst!

Die Auszeichnung ‚Artikel der Woche‘ erhält diesmal der Artikel „Sei alles nur nicht du selbst!“ von Jan Guldner, veröffentlicht in der Wirtschaftswoche.

Laut ist der Ruf nach Authentizität auf dem Arbeitsmarkt. Es werden authentische VerkäuferInnen gesucht und Führungskräfte sollen sich ihre Authentizität bewahren – Die Botschaft: Wer sich benimmt wie er sich gerade fühlt wird belohnt und macht Karriere.
Mit seinem Artikel widerspricht Guldner diesem Authentizitätskult.

Hier geht es zum vollständigen Artikel:
http://www.wiwo.de/erfolg/management/authentizitaet-sei-alles-nur-nicht-du-selbst-/20649898.html

Auch Prof. Dr. Thomas Armbrüster wendet sich gegen diesen Hype und fordert: Professionalität statt Authentizität.

Diesen Artikel findet ihr hier:
https://www.humanresourcesmanager.de/news/authentizitaet-ist-ein-irrweg.html
oder zum Download unter: http://armbruester-leadership.com/

Artikel der Woche: Transformation von Leadership im Digitalen Zeitalter

In unserem neusten Artikel der Woche zeigt VW – Digitalchef Johann Jungwirth, welche
5 ‚Must haves‘ in eine erfolgreiche und innovationsorientierte Führungskultur implementiert werden müssen, damit die Digitale Transformation erfolgreich gestaltet wird.

Dabei bietet er kein Patentrezept an, sondern gibt Führungskräften einen Tool an die Hand, mit dessen Hilfe ein Fundament geschaffen werden kann, um den digitalen Wandel erfolgreich zu handeln.

Hier geht es zum Originalbeitrag von Johann Jungirth:
http://www.handelsblatt.com/my/meinung/kolumnen/expertenrat/jungwirth/expertenrat-johann-jungwirth-transformation-von-leadership-im-digitalen-zeitalter/20617738.html?ticket=ST-1112302-6Xj45btEfSAJJQNKEzKa-ap4