10 Tipps für erfolgreiches Personal Branding

 

Die Macht, die von erfolgreichen Marken ausgeht, ruft bei vielen Menschen Skepsis hervor. Der Grund hierfür ist zum einen ein hohes Machtpotenzial, das in der Sichtbarkeit und Kommunikationsstärke starker Marken liegt, zum anderen fürchten wir, durch die Mechanismen der neurolinguistischen Programmierung manipuliert werden zu können.

„Ich möchte einfach nicht unbewusst zum Kauf beeinflusst werden.“

Bei aller Zurückhaltung profitieren wir jedoch stark von der unbewussten Beeinflussung, die Marken auf uns ausüben. Stellen Sie sich vor, sie stehen im Supermarkt vor dem Regal mit der Schokolade. Wissen Sie zu welcher Marke Sie greifen?

Durch Erfahrung wissen wir, welche Marke bestimmte Eigenschaften und Werte verkörpert. So steht die eine Schokoladenmarke für besonders zarten Schmelz, eine andere Marke für eine besonders praktische Verpackung und wieder eine Andere für besonders hohe Qualität der Rohstoffe. Automatisch verbinden wir diese Eigenschaften mit einem Namen, einer Farbe und einem Logo.

Welche Eigenschaften und Werte verbinden Menschen mit Ihrem Namen?

Die Prinzipien geschickter Eigenwerbung kennt jeder aus Bewerbungsgesprächen. Hier versucht der Kandidat, sich selbst bestmöglich an sein Zielpublikum zu verkaufen. Die potenziellen Kunden, in diesem Fall der mögliche Arbeitgeber, versucht hingegen, die Werte und Eigenschaften zu identifizieren, die hinter der Fassade stecken.

Warum also mache ich es meiner Zielgruppe nicht leichter?

Personal Branding überträgt Grundsätze erfolgreichen Marketings auf die eigene Person. Durch eine unsichtbare Strategie, vermittelt eine Person definierte Werte und Eigenschaften nach außen. Nicht nur in einem Bewerbungsgespräch, sondern dauerhaft.

Der Effekt: Anderen Menschen wird Orientierung geboten. Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzte und potenzielle Arbeitgeber wissen ab sofort wofür die Person hinter dem Namen steht.

Die wichtigsten Fragen des Personal Brandings:

1.     Welche Ziele möchte ich mit der Eigenwerbung erreichen?

2.     Welche Zielgruppe muss ich dafür ansprechen?

3.     Welche meiner Werte und Eigenschaften sind der Zielgruppe wichtig?

4.     Auf welchem Kanal erreiche ich meine Zielgruppe?

Dabei gilt zu beachten, dass nicht versucht wird, die Werte zu verkörpert, welche die Zielgruppe gerne hören möchte. Vielmehr wird nach der Schnittmenge gesucht aus meinen authentischen Eigenschaften und der Nachfrage der Zielgruppe.

Für die Kommunikation der so ausgewählten Strategie gelten einige Grundsätze:

1.     Lassen Sie Ihre Werte indirekt wirken!

Nehmen Sie sich ein Beispiel an erfolgreichen Marken. BMW würden Ihnen niemals in einer Werbeanzeige mitteilen: „Wir sind sportlicher als Mercedes“. Doch durch die Aufmachung der Anzeige, die Bilder und dem Text zwischen den Zeilen bekommen Sie einen sehr genauen Eindruck von der Positionierung.

2.     Kopieren Sie nie vollständig eine andere Person!

Bei Personal Branding geht es prinzipiell darum, aus dem Schatten heraus zu treten. Machen Sie sich interessant indem Sie einzigartig und unverzichtbar für Ihre Zielgruppe werden. Stellen Sie sich wieder die Bewerbungssituation vor. Möchten Sie einzigartig und unverzichtbar sein? Oder lieber so wie der andere Kandidat?

3.     Lassen Sie sich Zeit!

Marken wirken durch die positiven Erfahrungen, die Kunden mit diesen gemacht haben. Stichworte wie Treue und Vertrauen werden mit erfolgreichen Marken verbunden. Diese erreichen Sie nicht in wenigen Tagen. Geben Sie Ihrer Marke Zeit zu wirken.

4.     Nehmen Sie eine klare Position ein!

Wenn es darum geht für bestimmte Werte und Eigenschaften zu stehen, sollten Sie diese auch vertreten, wenn es einmal schwer wird. Erfolgreiche Marken stehen für ihre Werte und schaffen somit Verlässlichkeit.

5.     Polarisieren Sie!

Machen Sie sich bewusst, dass nicht jeder Ihre Marke mögen wird. So wie nicht jeder die flachen, silbernen Notebooks mit dem Obst im Logo mag, müssen Sie nicht jedem gefallen. Wichtig ist, dass Ihre Zielgruppe Sie ansprechend findet.

6.     Folgen Sie einer Strategie!

Wenn Sie ziellos vorgehen, wird es Ihnen schwer fallen, Ihre Position dauerhaft zu festigen. Setzen Sie sich herausfordernde Ziele und machen Sie sich den Weg dorthin mit den oben stehenden Leitfragen bewusst.

7.     Leben Sie Ihre Marke in jeder Situation!

Die Auswahl des richtigen Kommunikationskanals ist wichtig, um Ihre Zielgruppe zu erreichen. Nicht jeder ist online präsent oder stöbert in Fachzeitschriften. Setzen Sie bei Ihrer Kommunikationsstrategie Schwerpunkte, beschränken Sie aber Ihre Marke nicht auf diese Kanäle.

8.     Wecken Sie Emotionen!

Marken sind dann besonders erfolgreich, wenn sie Emotionen wecken. Sportwagen sind oft wesentlich unpraktischer als Familienautos. Trotzdem wecken Sportwagenmarken Gefühle und sind deshalb in der Lage, das Produkt zu einem wesentlich höheren Preis anzubieten. Beschränken Sie sich also nicht nur auf das Funktionelle.

9.     Werden Sie sichtbar!

Bleiben Sie nicht in der grauen Masse, sondern werden Sie einzigartig und erkennbar. Oftmals haben genau die Menschen Erfolg, die es schaffen Sichtbarkeit zu erzeugen. Ein Extrembeispiel dieses Prinzips ist vor kurzer Zeit sogar Präsident geworden.

10.  Bleiben Sie in Erinnerung!

Mit außergewöhnlichen Merkmalen bleiben Sie in Erinnerung. Menschen, die Ihren Namen nicht kennen reden möglicherweise über die Nachbarin mit den strahlend blonden Haaren, den Kollegen mit den roten Schuhen oder die Mitarbeiterin mit der großen Hornbrille. Auch wenn Ihnen diese Beispiele nicht zusagen, finden Sie möglicherweise ein passendes Wiedererkennungsmerkmal für Ihre Marke.

Thomas Scherer

Thomas Scherer ist Leadership-Trainer und Geschäftsführer der Prof. Armbrüster Leadership Services GmbH. Seit 2012 trainiert und begleitet er Nachwuchsführungskräfte in Seminaren, Workshops und Outdoors-Trainings. Als langjährige Führungskraft verfügt er selbst über vielfältige Erfahrung im Bereich der Mitarbeiterführung, die er in seinen Spezialthemen Leadership, Teamführung, Projektmanagement und Selbstmanagement einbringt.

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